Biography

Seit über 26 Jahren spiele und unterrichte ich Golf und kann mit Sicherheit behaupten, dass  dieses Spiel kein leichtes ist, im Gegenteil Golf zählt zu den schwersten Sportarten der Welt. Einerseits kann Golf den Spieler bis an seine emotionalen Grenzen führen und in einem Wutausbruch enden, anderseits ist Golf eines der  aufregendsten, mitreißendsten und schönsten Spiele.

Mit 15 Jahren habe ich begonnen Golf zu spielen – für einen Engländer sehr spät. Zu diesem Zeitpunkt hatten meine Freunde bereits Handicaps von 2 oder 3.  Ich war wie gefesselt von diesem Sport und habe von morgens bis abends an nichts anderes gedacht.  Jede freie Minute stand ich auf der Driving Range, egal ob vor der Schule, in den Pausen oder nach der Schule, und trainierte. In den Ferien konnte ich an einem einzigen Tag sogar 54 Löcher spielen und durch meinen Ehrgeiz war es mir schnell möglich den Standard meiner Freunde zu erreichen.

Golf war mein Leben und schon bald wurde mir klar: "Ich möchte ein Tourspieler werden und die British Open gewinnen." Das war mein Traum.

1992 beschloss ich mich an der Golf Universität in Kingston London  zu bewerben. Das Studium dauert 3 Jahre und sollte mir die Türe in den „Starhimmel des Golfsportes“ öffnen.

Begeistert von dieser Idee erschien ich zum Aufnahmegespräch. Wir waren ca. 60 Bewerber die sich um einen Studienplatz bemühten. Als Aufnahmetest mussten wir eine Runde Golf auf einem der schwersten Golfplätze Englands (Silvermere) spielen. Der Prüfer sagte: „Wenn ihr ein Ergebnis von 3 über Par auf den ersten 11 Löchern erzielt, habt ihr den Tourstandard erreicht. Viele Tourspieler wären mit so einem Ergebnis sehr zufrieden!“

Nervös und angespannt starteten wir die Testrunde. Mir war schlecht vor Aufregung. Nach 11 gespielten Löchern hatte ich ein Ergebnis von 2 unter Par erreicht. Der Prüfer konnte es kaum fassen. Meine Mitbewerber lagen zu diesem Zeitpunkt bei 12 und 13 über Par.

Ich hatte die Aufnahmeprüfung mit Bravour bestanden. Mein einziges Ziel war es noch besser zu werden. Das Training mit meinem neuen Coach begann und wider meines Verständnisses sagte mein Golfprofi, dass mein Schwung nicht korrekt sei und es einer Menge Arbeit bedarf, um diesen zu verbessern.

In der Annahme, der Coach habe Recht, begann ich an meinem Schwung zu arbeiten. Doch anstatt mein Spiel zu verbessern wurde ich von Tag zu Tag schlechter. Am Ende meines Trainings war mein Spiel so schlecht, dass ich nie wieder ein Ergebnis von 10 über Par auf den ersten 11 Löchern erreichte.

Ich war am Boden zerstört und nach einem Jahr Training verlor ich mein komplettes Selbstvertrauen in mein Spiel. Selbst zu diesem Zeitpunkt glaubte ich noch an die Fähigkeit meines Coaches mein Spiel zu verbessern.

Im 2. Studienjahr lernte ich die British Open Gewinnerin, Vivien Saunders OEB kennen. Sie konnte es nicht fassen wie ich bis zu diesem Zeitpunkt an der Universität unterrichtet wurde und welche Masse an theoretischer Information mein Spiel verbessern sollte. Sie frage mich: „Dylan, wenn Mark James oder Eamon Darcy (beide berühmten Golfspieler haben einen sehr ungewöhnlichen, individuellen Golfschwung) bei dir eine Prostunde nehmen würden – was würdest du zu ihnen sagen?“

Meine Alarmglocken läuteten. Gibt es „DEN RICHTIGEN GOLFSCHWUNG???"

Im 3. Studienjahr trainierte ich mit meinem Lehrer weiter. Mein Golfspiel war vernichtet. Ich hatte mein komplettes Selbstvertrauen verloren und meine Nerven lagen blank.

Doch gerade diese Erfahrung hat mich aufgeweckt. Ich fragte mich immer wieder: “Was ist passiert?“ Bald kamen die Antworten auf meine Frage.  Ich recherchierte in Büchern und Artikel, die dieses Phänomen des Scheiterns erklärten. Auch berühmte Tourspieler haben miterlebet, wie durch falsches Training ihre natürliche Fähigkeit Golf zu spielen zerstört wurde.

Ich widmete meine Dissertation diesem Thema.  Die Conclusio ist: Paralyse durch Analyse! In anderen Worten: unser Gehirn lernt nicht durch theoretische Analyse der Tätigkeit die wir ausführen wollen, sondern durch permanentes Wiederholen und Üben der Tätigkeit oder Bewegung.

Ein Beispiel: Sie wollen Eis essen.

DIE EISESS-GEBRAUCHSANLEITUNG:  Halten sie ihren Kopf still! Öffnen sie ihren Mund! Bewegen sie ihren rechten Arm in Richtung Mund ohne dabei das Eis los zu lassen! Ellenbogen in 90 Grad Winkel! Fokussieren sie mit ihren Augen die Eistüte und bewegen sie langsam das Eis in Richtung Mund! Halten sie den Winkel ihrer Schulter! .......

Sie werden mir zustimmen, durch diese Anleitung werden Kinder und Erwachsene nicht Eis essen lernen. Doch ich versichere ihnen – so kompliziert wird der Golf unterrichtet!

Meine Dissertation hat mir große Anerkennung gebracht und ich bekam den Titel „Advanced PGA Professional BSc“ verliehen von der PGA in England. Ich lernte AJ Bonar, einen bekannten Golfprofi in San Diego, USA, kennen, der sich bereits seit den 70 er Jahren mit diesem Thema beschäftigt.

Trotz all meiner Erfahrungen kann ich mit Überzeugung behaupten: Ich liebe und lebe Golf. Als Lehrer unterstütze ich meine SchülerInnen dabei den praktischen Zugang zu ihrem Golfschwung zu finden. Mein Ziel ist es zu lehren, den Schläger zu fühlen und sie dahin zu leiten, den Golfschwung  zu einer natürlichen Bewegung zu machen. Mein Unterricht wird nicht durch theoretischen, wissenschaftlichen Golfjargon geprägt sondern durch die Vermittlung von der praktischen Fähigkeit den Golfball zu treffen.

Golf ist mein Leben und ich freue mich dieses mit ihnen zu teilen!